Was wir von Kindern lernen können – Spiegeln

Manchmal ist es schon fast erschreckend, wie sehr man sich in seinen Kindern wiederfindet. Muss ich mich wirklich wundern, wenn das Kinderzimmer aussieht, als ob „eine Bombe eingeschlagen“ hat? Habe ich diesen Spruch früher nicht selbst oft genug gehört und fällt es mir nicht auch heute noch unendlich schwer, Ordnung zu halten? Aber es gibt ja auch erfreuliche Seiten. Meine Frau und ich, wir lieben Musik. Und unsere Kinder haben auch hier viel übernommen und spiegeln uns in gewisser Weise wider. Unser Duo aus Cello und Gitarre wird inzwischen durch Klavier, Schlagzeug und Gesang bereichert! Und meine Begeisterung für alles Technische hat irgendwie auch abgefärbt.

Apfel am ApfelbaumDer Apfel fällt nicht weit vom Stamm! So lautet ein bekanntes Sprichwort. Kinder spiegeln ihre Eltern, ob sie das nun wollen oder nicht. Und ich denke auch hier können wir etwas lernen für unser Leben als Kinder Gottes. Etwas, dass ganz natürlich aus dem folgt, was in den beiden Artikeln über Bindung und Vertrauen bereits angesprochen wurde.

Gott ist Licht (1. Johannes 1,5) und Jesus sagt von sich, dass er das Licht der Welt ist (Johannes 8,12). So weit, so gut. Aber nun sagt Jesus über die, die zu ihm gehören, die ihm nachfolgen:

Ihr seid das Licht der Welt (Matthäus 5,14)

Und in dem Zusammenhang spricht er von den guten Taten, die wir tun sollen. Taten, die Gott unseren Vater widerspiegeln in dieser Welt. Falsch verstanden kann das jedoch ganz schnell zum Druck werden. Zu einem Leistungsdruck der guten Taten.

Ganz oft geschieht das ja auch in dieser Welt. Kinder müssen einem Bild entsprechen. Einem Bild, das die Eltern von ihrem Kind haben. Da sollen die Kinder das sein, was die Eltern nie geschafft haben. Oder einem Bild, das die Gesellschaft von einem Kind hat. Da werden Ansprüche formuliert, Leistungen bewertet, Noten vergeben, Druck ausgeübt. Und die Kinder? Die spüren diesen Druck und haben oft keine Chance, sich dem zu entziehen.

Bei Gott ist das anders! Gott stellt keine Forderungen auf, sondern legt etwas in seine Kinder hinein. Etwas von seinem Wesen. Kinder spiegeln ja vor allem deshalb ihre Eltern, weil sie durch die Eltern geprägt sind. Da sind zum einen die Erbanlagen. BuntstifteDie sind wie ein Stempel, der die Konturen vorgibt. Und dann ist da die Prägung durch das intensive Zusammenleben. Dies gibt dem Stempelbild die Farben und macht es lebendig. Kinder haben eine ganz natürliche Bindung an ihre Eltern und ein zunächst unerschütterliches Vertrauen. Deswegen prägen Eltern ihre Kinder auf ganz natürliche Weise. Und genauso und noch viel besser ist es bei Gott.

Wenn ich ein Kind Gottes geworden bin, dann schafft er in mir ein ganz neues Leben und legt sein Wesen in mein Herz.

Wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen! Dieses neue Leben kommt allein von Gott, der uns durch das, was Christus getan hat, zu sich zurückgeholt hat. (2. Korinther 5,17+18)

Babyfüße mit HerzIch bekomme ein neues Herz, neue Gene sozusagen. Die Veranlagung, ein Leben zu führen, welches ein Licht in der Welt ist, ist somit durch Gott in mich hinein gelegt. Doch wie ein Baby dann heranwächst und lernt aus der Beziehung mit den Eltern, so lerne auch ich aus meiner Beziehung mit Gott, dem Vater.  Um so enger ich mit ihm verbunden bin und um so mehr ich ihm vertraue, um so mehr werde ich in sein Bild verändert werden. Und ich werde erleben, dass es seine Kraft und sein Wesen ist, das in mir zum Vorschein kommt. Das geschieht also ganz natürlich und ohne Leistungsdruck. Es geschieht ganz von innen heraus. Und es ist ein Prozess, der das Leben lang andauert. Nur so können wir auch wirklich Licht in der Welt sein. Für alles, was wir aus uns heraus tun, aus unserer Kraft, werden auch wir das Lob haben wollen. Für alles, was Gott durch uns tut, werden wir auch auf ihn hinweisen. Die Menschen werden ihn sehen und wir werden einfach dankbar sein, dass wir seine Kinder sind. Wir sind dann ein Spiegel für sein Licht.

Zum Weiterdenken

Wo erlebe ich Christsein als Leistungsdruck?

Wie sieht es aus mit meiner Bindung an den Vater und mein Vertrauen in ihn?

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