Was wir von Kindern lernen können – Bindung

Unsere Kinder sind irgendwie ständig um uns herum. Ich weiß gar nicht, warum wir ein Haus mit so vielen Zimmern haben. Auf jeden Fall nicht für die Kinder 🙂 Die halten sich nämlich viel lieber da auf, wo wir sind. So kann es schon passieren, dass wir zu siebt im Bad stehen oder in der Küche.

Bei Jesus waren auch immer Kinder um ihn herum. Und immer wieder mal hat er sie den Erwachsenen als echte Vorbilder vor Augen gestellt.

Da rief Jesus ein kleines Kind zu sich und stellte es vor sie hin. Dann sagte er: »Ich versichere euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nie ins Himmelreich kommen. (Matthäus 18,2-3)

Manche Dinge, die Gott in der Bibel sagt verstehe ich besser, seit wir selbst Kinder haben. Z.B. wenn er davon spricht, dass wir wie die Kinder sein sollen. Was bedeutet das denn? Es scheint auf jeden Fall wichtig zu sein, denn Jesus macht es zur Bedingung für den Eintritt ins Himmelreich.

Wenn ich darüber nachdenke und dabei unsere Kinder beobachte werden mir ein paar Punkte wichtig. Wahrscheinlich passen diese nicht alle in einen Beitrag. Dann gibt es eine Fortsetzungsgeschichte.

Den ersten Punkt habe ich oben schon angerissen. Kinder wollen eigentlich immer da sein, wo ihre Eltern sind. Das mag bei unseren zwar etwas extrem ausgeprägt sein, aber ich denke im Grundsatz stimmt das für alle Kinder. Wenn es in den Urlaub geht, dann interessiert die Kinder schon, wohin es geht. Aber sie würden sich nie selbst auf die Reise machen. Nein, für sie ist es nur wichtig, bei den Eltern zu sein. Und normalerweise kommen Kinder auch nicht auf die Idee von zu Hause auszuziehen (Achtung, ich spreche von Kindern, nicht von pubertierenden Teenies!). Die Bindung der Kinder an die Eltern ist unheimlich stark. Bei den Eltern fühlen sie sich wohl, geliebt, angenommen, sicher.

Wie ist das mit meiner Bindung an Gott? Ist das auch mein erster und wichtigster Wunsch, einfach da zu sein, wo Gott ist? David, ein Mann aus der Bibel hat es mal so formuliert:

Eine einzige Bitte habe ich an den Herrn. Ich sehne mich danach, solange ich lebe, im Haus des Herrn zu sein, um seine Freundlichkeit zu sehen und in seinem Tempel still zu werden. (Psalm 27,4)

Das war seine ganze Lebenssehnsucht. Er hatte etwas verstanden von dieser Sehnsucht der Kinder nach den Eltern. Er wollte einfach immer nur bei Gott sein.

Kinder fragen ihre Eltern auch wie selbstverständlich um Hilfe. Da bricht ihnen kein Zacken aus der Krone. Bei den Erwachsenen funktioniert es doch eher nach dem Motto: „Selbst ist der Mann / die Frau“. Kinder fragen um Hilfe, bei den Hausaufgaben, dem zerbrochenen Spielzeug, den Fragen des Lebens. Und sie erwarten wie selbstverständlich, dass man ihnen hilft.

Kommen wir auch mit so einer Selbstverständlichkeit zu Gott? Erwarten wir seine Hilfe in den großen Lebensfragen aber auch in den kleinen Dingen des Alltags? Er ist da, will helfen. Jesus sagt einmal zu seinen Jüngern:

Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. (Johannes 15,5)

Ich kann sehr viel tun ohne Jesus. Ohne Frage. Aber all das wird ohne Bestand sein, ohne Wert für Gottes Welt. Deshalb möchte ich mich an ihn binden und seine Hilfe erfragen und erwarten in allen Lebenslagen.

Und dann noch ein Gedanke. Kinder suchen das Gespräch mit den Eltern. Sie möchten sich mitteilen, wahrgenommen werden. Auch das mag bei unseren Fünf sehr ausgeprägt sein. Oft plappern sie einfach drauf los. Egal, ob schon jemand anderes mit mir redet oder ich gerade intensiv mit etwas beschäftigt bin. Ich sage dann manchmal: „Ich bin doch nicht Gott, dass ich euch allen gleichzeitig zuhören kann“.

Als Erwachsene meinen wir oft die Dinge mit uns selbst ausmachen zu müssen. Nein, müssen wir nicht. Gott, der Vater im Himmel hört gern, wenn wir unseren Alltag mit ihm teilen. Oft beginnt mein Morgen so: „So Herr Jesus, ich bin jetzt wach. Guten Morgen. Was steht heute an?“ Wir dürfen mit ihm reden, ihm alles sagen. Das, was uns froh macht und das, was uns traurig macht. Er freut sich, wenn wir im Gespräch zu ihm kommen. Dafür reichen oft kleine Augenblicke, beim Autofahren, am Schreibtisch, beim Essen, ….

Fortsetzung folgt hier ….

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