Stolperverse #3 Was tust du für mich?

Von Graf von Zinzendorf wird erzählt, dass er als junger Mann auf einer Reise nach Düsseldorf kam. Beim Besuch in einer Kunstausstellung blieb er an einem Bild hängen, das Christus mit der Dornenkrone zeigte. Der Maler Domenico Fetti hatte darunter geschrieben „Das tat ich für dich, was tust du für mich?“ Zinzendorf soll darauf hin sein Leben Christus übergeben haben.

Leben für Jesus

Als ich zum Glauben an Christus kam und ihm mein Leben gab, da ging es mir ähnlich. Ich wollte nun für ihn leben. Ich wollte meine Dankbarkeit und auch meine Liebe zu Jesus Christus zum Ausdruck bringen, indem ich etwas für ihn tue. Aber ganz ehrlich, ich bin daran kläglich gescheitert. Mein Alltagsleben war nach wie vor durchsetzt mit Dingen, die ihm nicht gefallen konnten. Und meine kümmerlichen Anstrengungen für ihn mehr oder weniger bedeutungslos. Ich war frustriert! Dabei war doch mein Vorsatz gut, oder nicht?

Beim Lesen durch die Bibel blieb ich schließlich an folgendem Vers hängen:

Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. (Epheser 2,10)

Leben aus der Gnade

Im Zusammenhang mit diesem Vers geht es darum, dass wir allein aus Gnade gerettet sind. Die Rettung ist ein Geschenk von Gott, völlig unverdient von meiner Seite. Nun, das hatte ich schon kapiert. Aber in diesem Vers wird nun deutlich, dass auch unser ganzes Leben nur dann Gott entspricht, wenn wir in dem leben, was er schon vorbereitet hat. Oder anders ausgedrückt: Die guten Werke sind schon vorbereitet – ich brauche sie nur noch auszuleben.

Das stellte mein Denken wieder einmal auf den Kopf. Wieder so ein Stolpervers (was das bedeutet, kannst Du hier nachlesen). Für Gott leben bedeutete also nicht, dieses Leben nun aus mir selbst herauspressen zu müssen. Nein, ich darf in dem leben, was mein Vater im Himmel für mich vorbereitet hat. Zu dieser Vorbereitung gehört dann nicht nur die Gelegenheit, sondern auch die Kraft und Weisheit, diese Gelegenheit richtig zu nutzen. Gott begabt mich, um dass das Leben zu leben, welches er mir hinlegt.

Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen sollt. Setzt sie gut ein, damit sichtbar wird, wie vielfältig Gottes Gnade ist. (1. Petrus 4,10)

So klar mir diese Wahrheit nun auch ist, so schwierig gestaltet sich oft die Umsetzung im Alltag. Viel zu oft versuche ich nach wie vor für Gott zu leben statt aus ihm heraus. Ich frage noch zu oft: „Was kann ICH tun?“ anstatt zu fragen „Was willst DU, dass ich tun soll?“.

Zum Weiterdenken

Wo lebe ich für Jesus anstatt aus ihm heraus zu leben?

Weiß ich, welche Gaben er mir gegeben hat, um damit den Menschen zu dienen?

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