Wie peinlich!

Ein anderer Jünger, Andreas, der Bruder von Simon Petrus, meldete sich zu Wort: „Hier ist ein kleiner Junge mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen. Doch was nützt uns das bei so vielen Menschen?“ (Johannes 6,8-9)

viele MenschenJa, was nützt das? Andreas, das ist doch nur peinlich! Da sind mehr als 5000 Menschen um Jesus herum und Jesus gibt den Jüngern den Auftrag, diesen Menschen zu essen zu geben. Während Philippus noch rechnet, was das kosten würde bringt sich Andreas gleich mit ein. Er hat einen Jungen gefunden, der noch Essen übrig hat – fünf Brote und zwei Fische. Doch noch während er redet, geht ihm irgendwie auf, dass dies etwas wenig ist, für die vielen Menschen. Es ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die anderen Jünger schauen Andreas wahrscheinlich vorwurfsvoll an. Wie peinlich ist das denn?

Im Moment fühle ich mich ähnlich. Jesus hat uns einen Auftrag gegeben:

Geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. (Matthäus 28,19)

Ein unüberschaubarere Auftrag. Selbst wenn ich den auf meinen Ort runterbreche sind das noch immer mehr als 5000 Menschen. Doch dann die Idee: Es gibt ja proChrist. Wir brauchen das doch nur durchzuführen und dazu einzuladen. 7 Abende (lustig, wie 5 Brote + 2 Fische) wird von Gott erzählt, vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist. Ganz euphorisch bin ich gestartet, wie Andreas, als er den Jungen gefunden hatte. Doch ganz ehrlich, je näher es rückt, desto größer wird das Gefühl: Wie peinlich ist das denn! Was ist denn schon so eine Veranstaltung bei so vielen Menschen. Wie soll denn das gehen, dass wir die Menschen erreichen, einladen?

Fünf Brote und zwei Fische – Jesus braucht nicht mehr. Jesus lacht nicht über Andreas. Er schaut nicht vorwurfsvoll. Nein, er nimmt, was dieser ihm gibt und teilt es aus. An alle! Und es bleibt sogar noch viel übrig.

Jesus lacht nicht über uns. Er nimmt, was wir ihm hinhalten, auch wenn es noch so unbedeutend ist. Und dann teilt er aus. Die entscheidende Frage ist doch: Worauf schaue ich – auf meine kleinen begrenzten und unbedeutenden Möglichkeiten oder auf Jesus, der aus diesem „Tropfen auf den heißen Stein“ einen ganzen Fluss machen kann?Wasserfall

Zum Weiterdenken

Was sind deine unscheinbaren Möglichkeiten? Was bringst du ein in diesen unüberschaubaren Auftrag? Worauf schaust du?

2 Gedanken zu “Wie peinlich!

  1. Ich mag diese Geschichte so sehr! Lange war sie eine der Jesusgeschichten, bei denen ich schnell dachte, „ach ja, kenn ich schon“, aber irgendwann ging mir bei einer Predigt ein Kronleuchter auf und dann wieder und wieder in anderen Zusammenhängen. Aus der Perspektive, die du schilderst, habe ich die Sache auch noch nicht gesehen, wieder eine neue Inspiration, danke!

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