Vater sein – Warum ich gern Vater bin

Ja, manchmal bin ich nahe an der Verzweiflung. Ja, manchmal würde ich am liebsten den Kampfplatz verlassen – nur weg, nur Ruhe. Im Moment würde ich am liebsten das Babyphone ausschalten, das eigentlich für den Jüngsten gedacht ist und nun nur den Streit der Geschwister überträgt. Bei unseren 5 Kindern im Alter von 3 bis 13 Jahren gibt es gefühlt immer einen, der im Kampfmodus ist. Und wir Eltern sind da auch willkommene Ziele.
Und doch kann ich von Herzen sagen: Ich bin gern Vater. Ich bin gern Vater, nicht weil unsere Kinder es mir so einfach machen, sondern weil ich sie liebe. Es sind nun mal meine Kinder, und damit sind sie ein Teil von mir.

Ich bin gern Vater, nicht weil unsere Kinder es mir so einfach machen, sondern weil ich sie liebe.

Ich denke, dass es die Kunst im Alltag ist, immer wieder ganz bewusst das Kind zu sehen, das man liebt. Wie leicht geht das verloren. Wie leicht machen wir Liebe abhängig von Leistung, von Pflichterfüllung, von angepasst sein. Wir reden von Liebe und meinen eigentlich einen Tauschhandel: „Kind, wenn du so bist, wie ich mir das vorstelle, dann bekommst du von mir auch die Zuwendung, nach der du dich sehnst.“ Das ist keine Liebe, das ist ein Geschäft, ein Kuhhandel.

Besonders deutlich wurde mir das bei einem unserer Kinder in der dritten Klasse. Es hatte schon von Beginn an Probleme mit der Schule, wollte schon nach 2 Monaten in der ersten Klasse von der Schule fliegen, damit es da nie wieder hin muss. Die meisten Probleme machten die Hausaufgaben. Ja, ich denke, ohne Hausaufgaben wäre alles halb so wild gewesen, aber so entwickelte es sich zu Katastrophe. Kind gegen Schule, Schule gegen Kind und wir als Eltern mittendrin. Und da wir auf die Erledigung der Hausaufgaben bestanden (auch wenn wir sie für überflüssig hielten), musste unser Kind natürlich denken, wir stehen auf der Seite der Schule. Ich merkte, wie da ein Bruch war, ein Bruch in unserer Beziehung, in unserer Eltern-Kind-Beziehung.

Ich bin so dankbar, dass mir das klar wurde, denn dann nahm ich unser Kind in den Arm und sagt ihm aus voller Überzeugung und aus tiefstem Herzen: „Wir lieben dich, so wie du bist! Egal, ob du Hausaufgaben machst oder nicht – wir lieben dich! Egal, ob du eine Schulklasse wiederholen musst – wir lieben dich!“
Hände umschließen Babyfüße als HerzEs hat etwas verändert! In unserem Kind und auch in uns. Unser Kind konnte von dem Tag an leichter mit der Schule umgehen – es war nicht plötzlich alles gut, aber doch irgendwie leichter. Und mir als Vater, bzw. uns als Eltern ist die unendliche Wichtigkeit der bedingungslosen Liebe klar geworden! Väter, Mütter, liebt eure Kinder, einfach, weil sie eure Kinder sind!

Ich danke Gott, dass er als Vater so ist: Er liebt seine Kinder, bedingungslos! Ich muss nichts leisten, um seine Liebe zu bekommen – nein, seine Liebe ist da und in dieser Liebe darf ich mich entfalten, mein Leben leben. Danke Vater!

„Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jeremia 31,3)

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